Alle Beiträge von Lars Ostermeyer

Newsletter vom 18.05.2018: Alle Fragen geklärt?

Am 15. Mai fand die Informationsveranstaltung der Stadt zum geplanten Buskonzept statt. Rund 350 Besucher ließen sich informieren, und auch wir waren vertreten – durch mich selbst als Randerscheinung im Kreis der Referenten, aber auch durch viele von Ihnen, die trotz besten Frühsommerwetters drei Stunden lang ausharrten und mit kritischen Fragen die Zweifel an den Planungen deutlich machten. Danke für Ihr Engagement!

Die WN und die MZ berichten wortgleich; Antenne Münster brachte am Mittwoch einen Beitrag, und auch in den Antenne-Nachrichten wurde die Veranstaltung erwähnt – hier finden Sie einen Mitschnitt.

Sollten Sie den Flyer zur Veranstaltung nicht mitgenommen haben – hier gibt es ihn noch mal als PDF-Datei.

Und was wurde gezeigt?
Nicht viel Neues, wenn man die jüngste Nutzen-Kosten-Untersuchung  halbwegs aufmerksam gelesen hat – die Linie 8 wird Opfer der Reaktivierung und verkehrt wahrscheinlich durch die Loddenheide und möglicherweise nur noch stündlich zwischen Gremmendorf und Wolbeck. Damit bleiben zwar alle vorhandenen Bushaltestellen erhalten – von dort kommt man aber nur noch einmal pro Stunde weg. Von den Beteuerungen der Lokalpolitiker, die 8 würde nicht angetastet, ist nichts übrig geblieben.

Vieles bleibt fragwürdig:

Wie soll der Schülerverkehr sichergestellt werden? Aktuell gibt es morgens Verstärkerbusse, die dann wahrscheinlich auch wegfallen – wie kommen die Schüler z.B. zum Schulzentrum Wolbeck?

Wie kommen Ältere oder Gehbehinderte zum Haltepunkt, der zum Teil einen Kilometer oder weiter entfernt ist? Oder sind diese Menschen gezwungen, die ausgedünnte Linie 8 zu nutzen und dafür im Extremfall eine Stunde auf den nächsten Bus zu warten?

Der Vergleich mit der Reaktivierung der Strecke Kaarst-Mettmann, den ZVM-Mann Geuckler ins Spiel brachte, hinkt nicht nur auf einem Bein! Die Strecke führt durch dicht besiedeltes Gebiet, und mittendrin liegt Düsseldorf.

Und wieder wurde die Behauptung in den Raum gestellt, der Einsatz von Dieselloks (der immerhin nicht mehr geleugnet wird) sei zeitlich begrenzt. Wieso ein Betreiber seinen Fuhrpark vor Ende des Abschreibungszeitraums gegen teurere Loks mit alternativen Antrieben austauschen sollte, bleibt allerdings ein Rätsel.
Ach ja – neben der fehlenden Infrastruktur sollte man vor der Einführung von Brennstoffzellen-Loks vielleicht auch das Lärm-Problem lösen. Die Züge mögen von außen leiser sein als Dieselzüge – aber innen versteht man anscheinend nicht mal mehr Bahnhof.

Ich hätte am Dienstag gern noch meinen Senf zu diesen Dingen dazugegeben, aber leider war meine Redezeit arg begrenzt. Im Gegensatz zu den Planern hat man uns auch keine Stellwände und kein Powerpoint-Referat ermöglicht. Zwar fand Oberbürgermeister Lewe lobende Worte für uns, aber mein persönlicher Eindruck war, dass alle Bedenken und Zweifel weitgehend ungehört verhallten.

Der nächste interessante Termin steht bereits fest: Am 12. Juni (ebenfalls ein Dienstag) wird es eine Podiumsdiskussion in Wolbeck geben, an der auch wir teilnehmen. Details folgen in Kürze – halten Sie den Termin schon mal fest!

Nach den Sommerferien soll es dann eine Info-Veranstaltung der WLE geben – auch dort werden wir (und hoffentlich auch Sie!) dabei sein und kritische Fragen stellen. Nach diesem Termin soll dann bereits das Planfeststellungsverfahren starten – noch bevor die Finanzierungszusage durch das Land vorliegt. Das ist, als würde man schon die Inneneinrichtung kaufen, bevor die Baugenehmigung fürs Haus vorliegt, aber offenbar ist es modern geworden, Fakten zu schaffen – am Hafencenter wird auch munter weitergebaut, obwohl das Oberverwaltungsgericht den Bebauungsplan für ungültig erklärt hat. Und Gleis 21 hat man modernisiert, weil man gerade so schön dabei war – die Kosten dafür muss man also nicht in die Wirtschaftlichkeitsberechnung einfließen lassen.

Newsletter vom 27.04.2018: „15. Mai, 18:30, Hafenplatz 1. Sind Sie dabei?“

Der Termin für die Informationsveranstaltung der Stadt ist  veröffentlicht worden:

Dienstag, 15. Mai, 18.30 Uhr bis 21.30 Uhr,
in der Mehrzweckhalle der Stadtwerke, Hafenplatz 1

Bitte merken Sie sich den Termin vor und informieren Sie auch Nachbarn, Freunde, Kollegen… – vor allem solche, die kein Internet haben.

Details zur möglichen Zukunft der Buslinie 8 sind unter
https://www.stadt-muenster.de/verkehrsplanung/mit-bus-und-bahn/wle-strecke.html
bereits veröffentlicht worden. Dabei wird das folgende Szenario als die wahrscheinlichste Variante skizziert:
Die Linie 8 fährt zusätzlich auf der Route der heutigen Linie 17 durch das Gewerbegebiet Loddenheide und benötigt dadurch wesentlich mehr Zeit bis in die Stadt. Dabei fährt sie im 20-Minuten-Takt nur noch bis zum Altehof – und nur noch einmal pro Stunde bis nach Wolbeck!

Wenn es dazu kommt, wird der Südosten dadurch extrem benachteiligt; Angelmodde und Wolbeck werden praktisch vom Busverkehr abgekoppelt und die Menschen in die Bahn gezwungen – und das nur, um die Wirtschaftlichkeit der WLE-Reaktivierung mit Gewalt schönzurechnen! Lassen Sie sich das nicht gefallen und kommen Sie zur Inforveranstaltung am 15. Mai, um für ein unverändertes Fortbestehen der Linie 8 einzutreten! Wir zählen auf Sie!

Auf der folgenden Karte (Quelle: Stadt Münster) sehen Sie in orange den geplanten Verlauf der Linie 8. Nehmen Sie sich etwas zu lesen mit – die Fahrt in die Stadt wird länger dauern…


Weitere Meldungen:

In einem WN-Artikel im Dezember 2017 prognostizierte WLE-Mann Ubben:
„Apropos Diesel: Ubben ging davon aus, dass die Brennstoffzellen-Technik für den Antrieb der „Triebwagen“ Mitte kommenden Jahres zur Verfügung stehe und zugelassen werde. Zudem werde intensiv an der Akku- und Hybrid-Technik gearbeitet. „Die haben wir im Jahr 2021“, so der WLE-Mann“
Auch der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) will auf neue Technologien setzen:
http://www.wn.de/Muensterland/3269746-NWL-setzt-auf-neue-Antriebstechniken-Dieselzuege-aufs-Abstellgleis
Liest man jedoch genau, dann stellt man fest, dass diese Visionen sehr schnell von der Realität eingeholt werden:
„Ursprünglich war auf der Strecke Dorsten-Coesfeld (RB 45) ein Wasserstoff-Testbetrieb vorgesehen“, sagt NWL-Sprecher Uli Beele. Beim Blick auf die Kosten wurde er aber schnell abgesagt.
Und die WLE-Strecke, auf der Herr Ubben im Geiste schon die Brennstoffzellen-Züge rollen sieht?
„Läuft die Planung glatt, könnten dort in fünf oder sechs Jahren die ersten Züge rollen. Als Triebwagen vorgesehen sind derzeit noch … Dieselfahrzeuge.“

Im Magazin „Draußen“ gibt es einen Artikel, der unsere Kritikpunkte sehr schön zusammenfasst:
http://www.strassenmagazin-draussen.de/artikelarchiv/2018_Artikel/1803Artikel01.pdf

RVM-Geschäftsführer André Pieperjohanns macht fleißig Werbung für die WLE-Reaktivierung:
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/3266119-Personenzuege-koennen-ab-20123-rollen-Problemlos-vom-Bus-in-die-WLE-umsteigen
Hier ein Screenshot des Artikels:

Wenn die Inbetriebnahme tatsächlich erst im Jahr 20123 stattfindet, wird mich das im biblischen Alter von 18150 Jahren wohl nicht mehr interessieren..


In der heutigen Pressemitteilung der Stadt Münster heißt es „Die Bürger und Bürgerinnen werden jetzt frühzeitig im Entscheidungsprozess beteiligt.“

„Frühzeitig“ heißt: NACH der Erarbeitung eines Buskonzepts, das die Linie 8 fast nutzlos macht, zwei Jahre NACH der Anmeldung zum ÖPNV-Bedarfsplan und acht Jahre NACH dem Ratsbeschluss zur Reaktivierung!
Und überhaupt – welche Rolle spielen wir in diesem Entscheidungsprozess eigentlich? Interessiert sich wirklich jemand für unsere Meinung?
Kommen Sie am 15. Mai und finden Sie es heraus!

Hmmm – vielleicht sollte es ja heißen „Die Bürger werden jetzt im Entscheidungsprozess benachteiligt“ – das wäre nachvollziehbar.

Dass es auch anders geht, zeigt sich übrigens bei geplanten Ausbaumaßnahmen der Linie 11 der Kölner S-Bahn. Dort hat man den Dialog mit den Bürgern schon VOR den eigentlichen Entscheidungen begonnen:
https://www.dialog.sbahnkoeln.de/
Also mal kein kölscher Klüngel – dafür aber jede Menge Münstersches Gemauschel.

Viele Grüße
Lars Ostermeyer

Newsletter vom 28.03.2018: „Vormerken: 15. Mai!“

Am Dienstag, den 15. Mai wird es eine Informationsveranstaltung der Stadt zum Thema WLE geben. Ort und Uhrzeit sind noch nicht gesichert; wir versuchen die Informationen schnellstmöglich zu ermitteln.
Der Schwerpunkt der Veranstaltung wird auf dem Thema Busverkehr liegen, und es wird die Möglichkeit geben, Fragen zu stellen. Bitte halten Sie sich den Termin frei – wenn weitere Details bekannt werden, informieren wir Sie umgehend.

In Sendenhorst denkt man schon in die Zukunft und träumt von einer Reaktivierung bis nach Neubeckum:
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/3228839-Diskussion-in-Sendenhorst-WLE-bis-Neubeckum-reaktivieren

Bemerkenswert ist die Formulierung
„Die Reaktivierung der WLE zwischen Sendenhorst und Münster scheint in trockenen Tüchern zu sein.“

Das liest sich in einer Antwort des NRW-Verkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Arndt Klocke ganz anders:

„Der für die Aufnahme erforderliche Nachweis der Wirtschaftlichkeit steht noch aus. Die Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan ist Voraussetzung für mögliche Förderungen nach §12 oder §13 ÖPNVG NRW. Für den Nachweis der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme ist eine mit den Zuwendungsgebern abzustimmende Standardisierte Bewertung notwendig. Nach Auskunft des Nahverkehr Westfalen-Lippe laufen derzeit die Vorarbeiten für die Vergabe des Auftrags.“
(Quelle: https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument?Id=MMD17/2198&quelle=alle)

Doch auch beim Jahresempfang der CDU Angelmodde gab man sich zuversichtlich:
http://www.wn.de/Muenster/Stadtteile/Angelmodde/3223887-Jahresempfang-der-CDU-Angelmodde-Eine-S-Bahn-fuer-den-Suedost-Strang
„Dass die WLE kommen werde, daran gibt es laut OB Markus Lewe kaum einen Zweifel. Für den zunehmenden Verkehr in der wachsenden Stadt mit bald 350 000 Einwohnern reiche die jetzige Infrastruktur nicht mehr aus. „Wir brauchen einen Zwei-Schienenverkehr“, forderte er.“
Das leuchtet ein – mit nur einer Schiene würde der Zug ja umfallen.
Davon abgesehen erreicht Münster die 350000-Einwohner-Marke beim derzeitigen Wachstum etwa im Jahr 2043; „bald“ würde ich das ja eher nicht nennen…

Oberbürgermeister Markus Lewe wurde obendrein für das CDU-Magazin „Bei uns in NRW“ interviewt:
https://www.cdu-nrw.de/sites/default/files/pdfflip/nrw_01_18_files/bei_uns_in_nrw_das_magazin_der_cdu_nrw_01_2018.html
Auf Seite 17 beantwortet er zwölf Fragen, zum Beispiel zu den sich verändernden Anforderungen im Bereich Verkehr und Mobilität. Seine Antwort: „[…] Ich denke an moderne Verkehrssysteme, die smart ineinander greifen.“

Sosehr ich mich bemühe – ich bekomme „modern“ und „smart“ mit dem Thema WLE im Kopf irgendwie nicht zusammen. Vielleicht findet sich im Interview ja noch ein besseres Beispiel für ein smart ineinander greifendes Verkehrssystem?

Na, dann ist die Reaktivierung der Strecke Münster-Lummerland ja nur noch Formsache!

Newsletter vom 15.03.2018: „Alles Quatsch!“

Unser offener Brief zeigt Wirkung: In einer ersten Reaktion bezeichnen die Planer unsere Mutmaßung, es würde aus Kostengründen am Schallschutz gespart, als „Quatsch“:
http://www.muensterschezeitung.de/Lokales/Staedte/Muenster/3210122-Laermschutz-an-WLE-Trasse-Anwohner-werfen-Planern-Rueckzieher-aus-Kostengruenden-vor
Es wird behauptet, selbst mit Lärmschutzwänden sei das Projekt wirtschaftlich – der Reporter hat dann aber leider vergessen, nach einem Beleg für diese Behauptung zu fragen. Na, man kann auch nicht an alles denken.

Dass gerade Bahnlärm besonders störend ist, zeigt sich zum Bespiel in Rhynern:
https://www.wa.de/hamm/rhynern-ort370524/lautesten-naehe-bahn-9660645.html

Und die Anwohner in Warstein haben mit der WLE auch keinen Spaß:
https://www.soester-anzeiger.de/lokales/warstein/wle-anwohner-fordern-massnahmen-gegen-laerm-9659951.html

Münsters Stadtwerke bringen alternative Ideen in die Verkehrsdiskussion ein, so etwa die Kombination von hoch getakteten Expressbussen und On-Demand-Zubringerfahrzeugen:
http://www.wn.de/Muenster/3200957-Verkehrswende-Der-Bus-kommt-auf-Bestellung
Auch der WDR berichtete in der Lokalzeit darüber:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-muensterland/video-wie-funktioniert-der-stadtverkehr-der-zukunft-100.html

Ein Argument für die WLE-Reaktivierung war ja stets das zu erwartende Bevölkerungswachstum im Südosten nach der Konversion der York-Kaserne. Es sieht aber so aus, als würde sich dieses Argument gerade in Luft auflösen:
http://www.wn.de/Muenster/3219171-Neue-Fluechtlingseinrichtung-Letzte-Hoffnung-heisst-Verlagerung
Hieß es nicht im September, es sei alles in trockenen Tüchern?

Auch für den RRX läuft es wohl nicht so rund wie gedacht:
http://www.wn.de/Muensterland/3178251-Bahnstrecke-Muenster-Luenen-SPD-befuerchtet-zeitliche-Verzoegerung-Ausbau-besitzt-untergeordnete-Prioritaet

In einem Gespräch sagte mir ein Bediensteter der Stadt kürzlich, man könne in Münster noch nicht flächendeckend E-Busse einsetzen, da die Reichweite nicht ausreiche, um die Strecken in Münster zu bedienen.
Nun – für andere scheinen jedenfalls 130 Kilometer mit einer Akkuladung kein Problem zu sein:
https://www.heise.de/newsticker/meldung/Elektrobusse-FlixBus-geht-elektrisch-auf-Fernreise-3994566.html

Außerdem haben wir erfahren, dass es tatsächlich bald eine Informationsveranstaltung zum geplanten Buskonzept geben wird. Wir werden sogar aktiv daran teilnehmen! Sobald der Termin steht, informieren wir Sie umgehend.

Newsletter vom 01.03.2018: Offener Brief

Die jüngste Debatte um die Schallschutzmaßnahmen hat einmal mehr gezeigt, dass die Reaktivierungsplanungen ohne jede Beteiligung der Bürger vorangetrieben werden. Das Schallschutzgutachten wurde zwar der Presse vorgestellt, die Allgemeinheit soll aber erst im Sommer informiert werden. Auch auf Neuigkeiten zum Buskonzept und zur Zukunft der Linie 8 warten wir in Münster bislang vergeblich.

Dass ausgerechnet die Menschen, die von der Reaktivierung am stärksten betroffen sind, nicht informiert und über die Planungen in Unwissenheit gehalten werden, ist unerträglich! Wir haben daher einen offenen Brief verfasst und an den Rat der Stadt Münster, an die Bezirksvertretung Münster-Südost, die zuständigen Vertreter im ZVM sowie an die Presse geschickt und darin eine Einbeziehung der Bürger in den Planungsprozess gefordert. Der Brief wurde von 380 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet.

Im Folgenden finden Sie den Text des offenen Briefs. Wir hoffen, dass wir Gehör finden, und werden Sie über weitere Entwicklungen informieren.


Offener Brief der Bürgerinitiative Pro Bus und Rad – gegen die Bahn: WLE-Reaktivierungspläne ohne Bürgerbeteiligung

Die Bürgerinitiative gegen die WLE-Reaktivierung Pro Bus und Rad – gegen die Bahn beklagt, dass die Planungsverantwortlichen in Hinterzimmern agieren, statt die Karten auf den Tisch zu legen und sich einem Dialog zu stellen.

Der Pressetermin vom 9. Februar 2018 zur Verkündung des jüngsten Schallschutzkonzeptes – keine Schallschutzwände für Anlieger der Bahnstrecke – macht es deutlich: Die Bürger werden an der Planung nicht beteiligt!

Im Februar 2017 präsentierte die WLE den Bürgern auf einer Infoveranstaltung der FDP noch stolz Pläne, wonach fast alle betroffenen Anlieger 2m hohe Schallschutzwände erhalten sollten. Das zugehörige Schallschutzgutachten wurde auf der WLE-Internetseite für spätestens November 2017 angekündigt. Dann jedoch wurde den Planern wohl klar, dass die Kosten dafür ihre Kosten-Nutzen-Rechnung derart verschlechtern würden, dass das Land die Reaktivierung nicht finanzieren würde. Also musste etwas „Billiges“ her – kleine Plättchen an den Schienen statt Schallschutzwände. Außerdem änderte man nun das geplante Betriebsprogramm und halbierte die ursprünglich geplante Länge der Züge, um beim Schallschutz besser wegzukommen. An den meisten Stellen würden so die Grenzwerte für Lärm eingehalten, heißt es in einer Pressemitteilung.

Da bleiben Fragen offen: Ist das Verfahren vergleichbar mit Schallschutzwänden? Wie stark ist die verbleibende Lärmbelastung tatsächlich? Wer gehört zu den Verlieren, die nicht ausreichend vor Lärm geschützt werden? Immerhin wohnen Hunderte Anwohner näher als 10m zu den Gleisen, und die Züge sollen mit 80 km/h durch die engen Wohnsiedlungen rasen, wo wenige Meter daneben Tempo-30-Zonen eingerichtet sind. Mit den Anwohnern hat aber niemand gesprochen! Offenbar ist es wichtiger, zunächst die Presse zu informieren. Das zugehörige Gutachten wird jetzt noch nicht veröffentlicht, sondern wird erst im Sommer der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, heißt es jetzt von Seiten der WLE. Die betroffenen Bürger werden also erst im Planfeststellungsverfahren mit den Fakten konfrontiert. Wir fragen uns: Was steht Geheimes in dem Gutachten, das jetzt noch keiner wissen soll?

Im Jahr 2012 hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, die Reaktivierung der WLE-Trasse zwischen Münster und Sendenhorst wie in der Machbarkeitsstudie aus 2010 vorgeschlagen umsetzen zu lassen. Teil des Plans und damit des Ratsbeschlusses: Die Einstellung der Buslinien 8, R32 und S30 im Korridor der künftigen Zugverbindung, um einen Parallelverkehr der Busse zu vermeiden und so genügend Fahrgäste für den Zug zu generieren. Dieser Beschluss ist bis heute unverändert in Kraft. Seither protestiert die Bevölkerung in den betroffenen Ortsteilen im Südosten gegen die drohende massive Verschlechterung der ÖPNV-Anbindung durch die Streichung von 27 Bushaltepunkten zugunsten von nur 5 Bahnhaltepunkten. Und seither wird von der Politik angekündigt, man werde sich noch ein passendes Buskonzept überlegen. Wurde hier eine Bedarfsabfrage durchgeführt? Die Bevölkerung einbezogen? Vorschläge diskutiert? Nein, geplant wird in Hinterzimmern!

Mitte 2016 wurde eine Bürgeranregung mit über 400 Unterschriften an den Rat der Stadt Münster übergeben und gefordert, bisher nicht geplante Lärmschutzmaßnahmen in die Planungen aufzunehmen, verkehrliche negative Folgen durch Staus bei Schrankenschließungen alle 10 Minuten zu berücksichtigen und mögliche Alternativen wie etwa einen Radschnellweg oder den Einsatz von Elektrobussen auf der Trasse zu prüfen. Reaktion seitens des Rates: Die Anregung wurde bis heute nicht beantwortet, keine der Alternativen geprüft.

Sucht man in Protokollen der politischen Gremien, findet man nur beim Rat der Stadt Sendenhorst etwas über den weiteren Gang der Planungen zur Reaktivierung. In Münster ist das Thema entweder seit 2012 nicht mehr auf der Tagesordnung gewesen oder aber nicht-öffentlich behandelt worden.

Seit Anfang 2016 hat die Bürgerinitiative die betroffene Bevölkerung in mehreren Infoveranstaltungen über den Sachstand informiert und Podiumsdiskussionen durchgeführt. Auch die FDP Münster hat eine Infoveranstaltung ausgerichtet. Von Seiten der Planer wurde dies wohl nicht für notwendig erachtet.

Bürgerbeteiligung geht auch anders: Bei der Planung des Rhein-Ruhr-Expresses (RRX) wurde die Bevölkerung frühzeitig eingebunden; sogar ein Runder Tisch, an dem auch betroffene Bürger sitzen, wurde eingerichtet.

Die Bürgerinitiative fordert ein Ende der „Geheimniskrämerei“ und endlich eine angemessene Information und Beteiligung der betroffenen Bevölkerung – auch in Form eines Runden Tisches.

Newsletter vom 11.02.2018: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Am Freitag ist ein neues Schallschutzgutachten zur WLE-Reaktivierung vorgestellt worden:
http://www.wn.de/Muenster/3173233-Neues-Gutachten-vorgelegt-Keine-Schallschutzwaende-fuer-die-WLE-Strecke
Resultat: Es wird keine Lärmschutzwände geben sondern lediglich Schienenstegdämpfer – kleine Metallplatten, die an die Schienen geschraubt werden. So wird der Schall angeblich „direkt am Gleis abgefangen“. Ich vermute, dass es für diese Technologie einen Zuschuss aus dem Zaubereiministerium gibt.

Extra für die Berichterstattung wurden vor meinem Haus 15 derartige Metallplatten an den Schienen angebracht:

Seitdem höre ich gar nichts mehr! 😉

Selbstverständlich wurde das Gutachten nicht der Öffentlichkeit vorgestellt sondern lediglich der Presse. Die Öffentlichkeit soll erst im Sommer informiert werden – wir überlassen es Ihnen, über die Gründe für diese Verzögerung zu spekulieren! Wir werden jedenfalls versuchen, das Gutachten so schnell wie möglich einzusehen, da es nicht sein kann, dass wir erst Einblick erhalten, wenn das Planfeststellungsverfahren ansteht und wir keine Zeit mehr haben, uns vorzubereiten!

Auch in der WDR Lokalzeit am Freitag wurde das Gutachten thematisiert:
https://www1.wdr.de/mediathek/video/sendungen/lokalzeit-muensterland/video-laermschutz-fuer-reaktivierte-bahnstrecke-100.html
Am Freitagvormittag wurden wir vom WDR angerufen und um ein (sehr!) kurzfristiges Interview gebeten – trotz der enorm kurzen Vorbereitungszeit von nicht mal zwei Stunden hat es geklappt, und so hat auch Michael Eßer im Beitrag das Wort.

Begründet wird der Wegfall des Lärmschutzes damit, dass kein Güterverkehr mehr stattfindet und dass kürzere Züge fahren. Interessant ist aber auch eine Information, die im Artikel und im WDR-Beitrag nicht genannt wird: Die Schienenstegdämpfung kostet im Vergleich zu Lärmschutzwänden offenbar nur ein Zwanzigstel – ca. 60 statt 1300 Euro pro laufendem Meter. Offensichtlich wird also versucht, mit allen Mitteln die Kosten zu drücken, um die Reaktivierung vom Land finanziert zu bekommen. Mit anderen Worten: Die berechtigten Interessen der Anwohner sind den Planern vollkommen schnuppe – die Reaktivierung wird um jeden Preis durchgepeitscht, selbst wenn das für viele Menschen erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich zieht.

Dass diese Technologie geeignet ist, Bahnlärm einzudämmen, wird von den Journalisten nicht im Geringsten in Frage gestellt. Auch der Vertreter der Stadt glaubt, „der Effekt ist der gleiche wie bei Schallschutzwänden“. Unsere Recherchen ergaben jedoch, dass mit Schienenstegdämpfern eine Schalleindämmung von maximal 3 Dezibel erreicht werden kann – eine drei Meter hohe Lärmschutzwand reduziert den Schall um rund 15 Dezibel! Wir fragen uns, wieso solche Angaben nicht kritisch geprüft werden, bevor sie publiziert werden – nicht anders war es vor zwei Wochen mit der Aussage, auf der WLE-Strecke würden Akku- oder Brennstoffzellenzüge verkehren. Unser Leserbrief dazu ist inzwischen abgedruckt worden:

Zum Schallschutz-Thema haben wir bereits eine Pressemitteilung verfasst, aber das allein genügt nicht – angesichts dieser Dreistigkeit muss es jetzt Proteste hageln! Wenn auch Sie der Meinung sind, dass diese Planungen unsere Interessen mit Füßen treten, drücken Sie Ihren Protest in einem Leserbrief oder in einem Schreiben an die Lokalpolitik aus! Wenn wir jetzt nicht dagegenhalten, wird man ungerührt weitermachen, und wir haben das Nachsehen und müssen im Ernstfall einzeln vor Gericht ziehen, um unsere Rechte einzuklagen.

Lassen Sie es nicht dazu kommen! Werden Sie aktiv und verschaffen Sie sich Gehör – solange Sie noch nicht vom Bahnlärm übertönt werden…

Newsletter vom 07.02.2018: Sturmtiefs und andere Luftnummern

Hallo zusammen,

während wir immer noch auf einen Bürgerinformations-Termin warten, wurde der aktuelle Stand der Reaktivierungs-Planung im Sendenhorster Rathaus vorgestellt:
http://www.muensterschezeitung.de/Lokales/Staedte/Muenster/3141440-Konkretes-Datum-fuer-WLE-Personenverkehr-2023-ist-machbar
Im Artikel findet sich die folgende Aussage:
„Und dann werden, so die Beteiligten am Dienstag, die Züge, angetrieben mit Brennstoff- oder Akku-Technik, auf der 22 Kilometer langen Strecke fahren.“
Diese Darstellung ist eine offensichtliche Beruhigungspille und an Dreistigkeit kaum zu überbieten: Akku-Triebwagen waren zuletzt vor gut 25 Jahren unterwegs und existieren höchstens im Museum, und die Brennstoffzellen-Technik ist immer noch im Testbetrieb:
https://www.welt.de/wirtschaft/article158262466/Erster-Wasserstoff-Zug-der-Welt-faehrt-in-Deutschland.html
Eine Recherche beim für die Zulassung zuständigen Eisenbahn-Bundesamt lieferte keinerlei Erkenntnisse über einen möglichen Zulassungstermin. Bisher ist auch der Preis für Brennstoffzellen-Loks noch unbekannt; es wird jedoch geschätzt, dass er deutlich höher sein wird als der für Dieselloks. Welcher Betreiber wird sich wohl auf eine solche Investition einlassen?
Unklar wäre auch, wo der Wasserstoff für die Brennstoffzellen gewonnen werden könnte. Ein entsprechendes Werk gibt es weit und breit nicht – soll es extra für die WLE-Strecke errichtet werden? Wohl kaum.
Die Aussage zeigt, mit welchen Mitteln versucht wird, die Argumente und Fragen der WLE-Skeptiker unter den Teppich zu kehren. Fällt man in der Lokalpolitik wirklich auf soviel heiße Luft herein?

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst hat untersuchen lassen, wie es um die U- und S-Bahnen in den Städten steht. Das endgültige Ergebnis steht noch nicht fest, aber es zeichnet sich bereits ab, dass sich ein Milliardenloch auftut:
http://www.wn.de/Welt/Politik/3165236-Verschleiss-verschlingt-Milliarden-Verkehrsminister-Wuest-laesst-Investitionsbedarf-fuer-U-Bahnen-und-Strassenbahnen-errechnen
Wenn schon der Unterhalt des bestehenden schienengebundenen ÖPNV so ein Heidengeld kostet – wieso sollte man sich dann noch eine weitere Bahnstrecke ans Bein binden?

Am 18. Januar hat die Aktivistin „Friederike“ in einer nicht abgestimmten Einzelaktion die WLE-Strecke in Gremmendorf vollständig blockiert:

Im weiteren Verlauf führte Friederikes Wüten zu einer vollständigen Einstellung des Bahnverkehrs in Deutschland. Das ist uns zu radikal – wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Einzeltäterin! 😉

Wer Gleise ohne Züge will, muss nicht gleich ein Sturmtief bemühen – es genügt, die Eurobahn als Betreiber einzusetzen! Das Unternehmen wurde jüngst für seine miserablen Leistungen abgemahnt:
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/eurobahn-verspaetungen-zweckverband-100.html
Sollte die WLE-Reaktivierung kommen, würde ich mir genau so einen Betreiber von Herzen wünschen…

Newsletter vom 16.01.2018: Neues Jahr, alte Themen

Hallo zusammen,
 
das Wichtigste vorweg: Es gibt immer noch keinen neuen Termin für die Informationsveranstaltung zum Buskonzept. Sind Sie auch so gespannt, wann es endlich so weit ist? Vielleicht können wir ja, wenn es noch ein Weilchen dauert, mit dem Zug hinfahren…
 
Im Kreis Warendorf versucht man, Unfälle an unbeschrankten Bahnübergängen mit Warntafeln zu verhindern:
http://t.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Warendorf/3065514-Risikobereich-Bahnuebergang-Neue-Warntafeln-sollen-im-Kreis-Warendorf-fuer-mehr-Sicherheit-sorgen
Man könnte natürlich auch Schranken aufstellen, aber die Idee ist wahrscheinlich zu abwegig.
 
Die hiesige Regierungspräsidentin spricht sich dafür aus, bei Infrastrukturprojekten die Klagerechte der Bürger einzuschränken, um Projekte schneller durchführen zu können:
http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/regionales/Kurzer-Klageweg-schnelle-Genehmigungen-831fa049-86cc-470e-b95f-5842aaa3877d-ds?utm_source=dlvr.it&utm_medium=twitter
Unsere Bundeskanzlerin äußerte sich vor einigen Monaten ähnlich. Offenbar kommen Bürgerrechte so langsam aus der Mode.
 
Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe ist seit kurzem Präsident des deutschen Städtetags und hat der FAZ ein längeres Interview gegeben:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/im-gespraech-markus-lewe-cdu-15362418.html
Bemerkenswert ist z.B. folgendes Zitat: „Viele Leute fühlen sich heute von Großprojekten überrollt. Wir sagen deshalb in Münster und auch in anderen Städten: Lasst doch mal die Bürgerschaft mitgestalten.“
Ach Herr Lewe, das versuchen wir ja…
 
Zwischen Münster und Osnabrück ist seit Dezember die Eurobahn unterwegs, und das Pendeln wird zum Glücksspiel:
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/Ostbevern/3119144-Probleme-mit-der-Eurobahn-in-West-und-Ostbevern-Das-laeuft-ja-gut-an-.-.
 
Die Idee einer Stadtbahn ist auch nicht totzukriegen:
http://t.wn.de/Muenster/3103817-Stadtbahn-Plan-Neue-Trasse-auf-der-Karte
 
Im Kreis Warendorf stellt man fest, dass die WLE-Reaktivierung nicht im Masterplan von Verkehrsminister Wüst vorkommt:
http://www.wn.de/Muensterland/Kreis-Warendorf/3123327-SPD-kritisiert-Wuest-Masterplan-Verkehr-ohne-B-58n-und-WLE
Wir können weiterhelfen! Im Masterplan steht überhaupt nichts über Schienenprojekte, da geht’s nämlich nur um Fernstraßen:
http://www.vm.nrw.de/presse/pressemitteilungen/Archiv-des-VM-2018/2018_01_08_Masterplan-zur-Umsetzung-des-Fernstrassenbedarfsplans/Masterplan.pdf
Hätte man wissen können. Achten Sie aber auch auf folgendes: „Für die SPD sei unter anderem die Reaktivierungen der WLE von Münster über Sendenhorst nach Neubeckum ein unverzichtbarer Baustein für die Mobilität der Zukunft“. 
Dass die Verlängerung nach Neubeckum schon seit Jahren vom Tisch ist, ist im Kreis Warendorf wohl auch noch nicht angekommen. Aber vielleicht kann man die Strecke ja noch verlängern bis zum Münchner Hauptbahnhof – äh – Flughafen – äh…
 
Die WN wagt einen Ausblick auf das noch junge neue Jahr und prognostiziert, dass die WLE-Reaktivierung weiter für Gesprächsstoff sorgen wird:
http://www.wn.de/Muenster/Stadtteile/Angelmodde/3111285-Ausblick-auf-die-wichtigsten-Entwicklungen-in-Muenster-Suedost-Das-bringt-das-Jahr-2018
Da können wir mal uneingeschränkt zustimmen – wir werden schon dafür sorgen, dass das Thema im Gespräch bleibt! 🙂

Pressemitteilung vom 16.11.2017

Bürgerinitiative begrüßt Stadtwerke-Vorschlag zum Schnellbus-Transit-System
 

„Endlich mal ein zukunftsweisender Vorschlag, der die aktuellen technischen Entwicklungen und die örtlichen Gegebenheiten in Münster berücksichtigt!“ kommentiert Dr. Lars Ostermeyer von der Bürgerinitiative gegen die WLE-Reaktivierung den Vorstoß der Stadtwerke Münster, der anstelle einer Stadtbahn ein innovatives Bus-System mit eigenen Spuren und Vorrangregelungen skizziert. „Wir unterstützen diesen Vorschlag ausdrücklich und hoffen, dass damit endlich eine ergebnisoffenere Diskussion über die Zukunft des Verkehrs in Münster angestoßen wird. Bus Rapid Transit, wie das Schnellbus-System heißt, wäre auch eine Alternative zur Reaktivierung der Schienenverbindung Münster-Sendenhorst.“

Die Bürgerinitiative bringt bereits seit langem Alternativen zum Schienenverkehr ins Gespräch, darunter auch eine Ertüchtigung des Busverkehrs unter verstärkter Nutzung von Elektrobussen. „Buslinien sind deutlich günstiger im Unterhalt als Schienenstrecken, und sie können angepasst werden, wenn neue Wohngebiete an den ÖPNV angeschlossen werden müssen.“, so Ostermeyer. Diese gute Alternative zu einer Straßenbahn nach Gievenbeck sollte auch für die geplante Reaktivierung der Schienenstrecke zwischen Münster und Sendenhorst geprüft werden. Das gilt vor allem vor dem Hintergrund, dass dort mangels Oberleitungen der Einsatz von Dieselloks geplant ist – ein Auslaufmodell als Antriebskonzept. Emissionsfreie und fast geräuschlose Elektobusse sind schon in Münster im Betrieb und könnten auch als Schnellbus eingesetzt werden.
„Leider hat man sich bisher so sehr auf die Reaktivierung der Schienenstrecke eingeschossen, dass man preisgünstigere und flexible Alternativen gar nicht erst prüft. Wer in Zeiten, in denen man über Elektromobilität, Carsharing, autonomes Fahren und vernetzte Mobilität spricht, die Nutzung einer hundert Jahre alten Bahnstrecke mit Dieselloks als alternativlos betrachtet, hat die technische Entwicklung der letzten Jahre vollends verschlafen. Und wer eine funktionierende Buslinie reduzieren will, bloß um die Reaktivierung der Bahnstrecke vom Land finanziert zu bekommen, handelt gegen die Interessen der Bürger und muss sich fragen lassen, was seine Motive sind.“


Die Diskussion darüber, was bei einer Reaktivierung der WLE-Strecke mit der Buslinie 8 geschieht, wird seit der Jahrtausendwende geführt und hat nach wie vor kein Ergebnis gebracht. „Klar ist, dass eine Beschneidung der Linie zu einer erheblichen Verschlechterung der Siedlungsanbindung führen würde. Praktikable Lösungen für dieses Dilemma sind seit 17 Jahren nicht in Sicht.“, so Michael Eßer von der Bürgerinitiative. „Die Diskussion um die Linie 8 könnte mit einem Schlag beendet sein, wenn man, statt die Bahnlinie zu reaktivieren, die bestehende Buslinie zu Stoßzeiten durch Schnellbusse nach dem Stadtwerke-Konzept unterstützen würde. Wenn Westfalengas 2019 aus Gremmendorf wegzieht, wird auch die WLE-Trasse nicht mehr benötigt – dann könnte man sie asphaltieren und die Schnellbusse darauf fahren lassen. Gleichzeitig würde der Kostenaufwand für die Sanierung der völlig maroden Schieneninfrastruktur (über 40 Mio €) entfallen. Die Bürgerinitiative fordert, dass die Verkehrsplaner in eine ernsthafte Prüfung dieser Alternative eintreten.“

Pressestimmen zu den Sonderfahrten

Zu den Sonderfahrten auf der WLE-Strecke am 9. September gab es in den Medien zahlreiche Reaktionen: