Auswirkungen auf die Buslinien 8, S30 und R32

Trick 17 bei der Buslinie 8

Planungsstand und Kalkulation der Reaktivierung gingen 2010 aufgrund der mangelnden Wirtschaftlichkeit von einer Einstellung der Buslinie 8 zwischen Hautbahnhof und Wolbeck aus, was bis Mai 2019 gültige Beschlusslage des Stadtrates Münster war. Aufgrund des Protestes vieler Bürger und auch unserer BI entstanden 2018 Variantenuntersuchungen, die darlegten wie sich die Wirtschaftlichkeit der WLE-Reaktivierung gestaltet, wenn weiterhin die Bushaltestellen in Gremmendorf, Wolbeck und Angelmodde bedient werden. Diese Untersuchungen bestätigten erneut, dass die Stadtbuslinie 8 in der heutigen Linienführung und Taktung zusätzlich zur WLE unwirtschaftlich wäre. Eine veränderte Buslinienführung der Linie 8 durch das Gewerbegebiet Loddenheide (heutige Führung der Buslinie 17), mit Anbindung der York-Kaserne und mit einem durchgehenden 20-Minuten-Takt zwischen Münster Hauptbahnhof und Haltestelle Altehof (Gremmendorf) sowie anschließend im Stundentakt bis zur heutigen Endhaltestelle Nogatstraße (Wolbeck) sei aller Wahrscheinlichkeit nach wirtschaftlich.

Protest wirkt: 8 bleibt mit Umwegen im 20-Minuten-Takt

Die „Standardisierte Bewertung“ zur WLE-Reaktivierung wurde im März 2019 finalisiert und ist entscheidend für die Aufnahme in den ÖPNV-Bedarfsplan. Sie berücksichtigte die Variantenanpassungen der Buslinie 8. Für die Variante des Stundentaktes zwischen Altehof und Wolbeck bei geänderter Buslinienführung wurde ein Nutzen-Kosten-Indikator von 1,3 errechnet. Würde der 20-Minuten-Takt beibehalten, läge nur noch ein Nutzen-Kosten-Indikator von 1,07 vor. Mit der Vorlage V/0356/2019 hat der Rat der Stadt Münster beschlossen, die Linie 8 bei Änderung der Buslinienführung im 20-Minuten Takt bis Wolbeck fahren zu lassen. Dabei wird die Buslinie 8 durch das Gewerbegebiet Loddenheide (heutige Führung der Stadtbuslinie 17) mit Anbindung der York-Kaserne geführt. Im Ergebnis kommt es zu einer Verschmelzung mit der Buslinie 17, so dass sich der Weg zwischen Gremmendorf bis Hauptbahnhof um 9 Minuten verlängert, da nicht mehr über den Albersloher Weg gefahren wird.

Es bestehen weiterhin erhebliche Zweifel an der Belastbarkeit der „Standardisierten Bewertung“, so dass selbst geringe Kostensteigerungen im Verlauf zu einer erneuten Überarbeitung des Buslinienkonzeptes führen können.

S30 und R32 werden eingestellt

Der Betrieb der stündlichen Schnellbuslinie S30 wird zwischen Sendenhorst und Münster Hbf. eingestellt. Die S30 bedient 17 Haltepunkte, wohingegen die WLE bei vergleichbarer Linienführung nur 6 Haltepunkte bedient (Wolbeck und Angelmodde  ausgeklammert).

Die stündliche Regiobuslinie R32 wird zwischen Sendenhorst und Wolbeck ebenfalls eingestellt. Damit verschlechtert sich die Flächenerschließung  deutlich; 17 Bushaltestellen stehen 3 WLE-Haltepunkte gegenüber.

Taxibus soll Lücken schließen

Zwischen Sendenhorst und Albersloh sowie zwischen Albersloh und Angelmodde bzw. Wolbeck soll die Erschließung der Bauerschaften durch ein TaxiBus-Angebot im 120-Minuten-Takt erfolgen. Ein Taxibus muss heute bei der RVM telefonisch oder über das Internet teilweise am Vortag bis 20 Uhr angefordert werden, mindestens aber 30 Minuten vor der Fahrt. Anders als bei den bestehenden Linienbussen gibt es bei einem Taxibus-Angebot keine gesetzliche Verpflichtung, dieses barrierefrei auszugestalten.

WLE erhöht Defizit bei den Buslinien

Die „Standardisierte Bewertung“ aus 2019 ermittelt in der Folgekostenrechnung für die Regionalbusse eine Erhöhung des Defizits um 636 TEUR und für die Stadtbusse in Münster von 41 TEUR jährlich. Grund ist, dass aufgrund sinkender Fahrgelderlöse (weniger Fahrgäste und Einnahmenteilung mit der WLE) künftig deutlich höhere Verluste entstehen. Wie diese gegenfinanziert werden können oder ob an anderer Stelle bei den Bussen gespart werden muss, hat die Politik noch nicht beantwortet…

Letzte Änderung 09.07.2019