Planfeststellungsverfahren

Planer aus der Bahn geworfen

Satte 13 Aktenordner Planungsunterlagen übergab der ehemalige Eisenbahnbereichsleiter der WLE im Mai 2020 in der Tiefgarage der Bezirksregierung Münster. Dass die Zahl 13 eher eine Unglückzahl ist, dürften heute wohl auch die Planer so sehen:
Bis Anfang Oktober 2020 konnten Bürger Einwendungen gegen die Planung bei der Bezirksregierung einreichen. Davon wurde rege Gebrauch gemacht – 282 Einwendungen, insbesondere gegen Lärm, Erschütterungen und Wertminderungen von Grundstücken und Immobilien sowie alternative Antriebe, liegen vor. In der Lokalpresse wurde über die Einwendungen der Stadt Sendenhorst und der Umweltverbände berichtet, die auf eine Fülle unerledigter Aufgaben hinweisen und die Frage aufwerfen, ob die Planung mit der notwendigen Sorgfalt vorangetrieben wurde. Die WLE würde nun eine Synopse erstellen, in der sie zu den eingereichten Einwendungen jeweils Stellung bezieht. Wann ein möglicher Erörterungstermin stattfindet sei zum derzeitigen Zeitpunkt nicht absehbar.

2023? Der Zug ist abgefahren!

Im Dezember 2020 gab der NWL bekannt, dass die WLE statt 2023 nun frühestes 2025 den Betrieb aufnimmt: „Mit Blick auf das laufende Planfeststellungsverfahren, auf die infrastrukturellen Maßnahmen, die vor allem im Bereich Münster Hbf deutlich größere Ausmaße annehmen, auf den Ausschreibungs- und Auslieferungszeitraum der Fahrzeuge (…) sind die Projektpartner jedoch von einer Betriebsaufnahme in 2025 überzeugt.“

Verstehen Sie nur noch Bahnhof?

Die WLE soll in Münster Hbf. anstelle des alten Gleises 21 einen längeren Bahnsteig an Gleis 20 bekommen. Was eigentlich schon seit Jahren bekannt ist, hat nur noch niemand geplant – ergo gibt es dafür auch noch gar kein Baurecht. Und die Planung ist gar nicht so einfach, da mit einem Bahnsteig an Gleis 20 Abstellgleise der DB wegfallen und an anderer Stelle neu geplant und errichtet werde müssen. Ende 2020 verfügte die WLE selbst nicht über die finanziellen Mittel, die Planung voranzutreiben. Hätte man sich früher darum gekümmert, dann hätte man die Unglückszahl von 13 Aktenordnern vermieden…

Was haben Sie gefunden?

In Kürze wollen wir an dieser Stelle über einige Planungsfehler berichten. Wie waren Ihre Erfahrungen mit der Einwendung? Was ist Ihnen aufgefallen? Welche Reaktionen gab es auf Ihre Einwendung? Schreibe Sie uns: info@wle-reaktivierung.de

Aufs Abstellgleis oder die richtigen Weichen stellen?

Ob man sich die WLE vor dem Hintergrund der Finanzlöcher durch die Corona-Pandemie überhaupt noch leisten kann, wird man sehen. Mehr als irritiert dürfte man über die neuen „Experten“ aus der Kommunalpolitik sein, die in jeder Verzögerung eine Chance sehen und immer noch auf eine Durchbindung der WLE nach Zentrum-Nord hoffen oder immer noch glauben, die WLE würde an Gleis 21 ankommen. Viele Kommunalpolitiker, mit denen wir als Bürgerinitiative in den letzten Jahren im Gespräch waren, sind aus der aktiven Politik ausgeschieden. Wir bleiben!