Umweltbelastungen

Wirklich umweltfreundlich?
Im Zuge einer Umweltfachplanung zur Planfeststellung sollen die Geruchs- und Schadstoffbeeinträchtigungen sich als „marginal“ darstellen. Diese Fachplanung ist bisher nicht öffentlich einsehbar und soll erst im Planfeststellungsverfahren offen gelegt werden. Die Umweltfachplanung ist nicht nur auf die Abgase beschränkt. Durch den entstehenden Flächenverbrauch sind z.B. zwingend Ausgleichsmaßnahmen vorzunehmen. Auch sollte sichergestellt sein, dass die Bahn keine negativen Auswirkungen auf das Fauna-Flora-Habitat-Schutzgebiet  Wolbecker Tiergarten hat.

Zu viel Bahn ist auch nicht gut
Die Bahn kann ökologisch sinnvoll sein, wenn sie gut ausgelastet ist. Ein LINT41 mit 130 Sitzplätzen verbraucht ca. 70 Liter Diesel auf 100 km. Das ist deutlich mehr, als ein Linienbus mit 58 Sitzplätzen verbraucht. Bezogen auf den Sitzplatzkilometer ist der Verbrauch bei Bus und Bahn jedoch ähnlich.

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Selbst bei den ambitionierten Fahrgastprognosen bleibt der Auslastungsgrad der Bahn außerhalb des Berufsverkehrs zu gering, um einen ökologisch sinnvollen Betrieb zu rechtfertigen. Wer um 9 Uhr die Linie 8 benutzt, weiß, dass diese dann max. zu einem Drittel besetzt ist. Die Bahn ist überdimensioniert und damit ökologisch unvorteilhafter als ein Bus. Es ist nicht sinnvoll, bei der Mehrheit der Fahrten leere Sitzplatzkapazitäten durch die Landschaft zu fahren. Kurzfristige Nachfragespitzen im Berufsverkehr lassen sich besser über Verstärkerfahrten der Busse abwickeln.

Ein ökologisch vertretbarer Bahnbetrieb ließe sich bei den vorliegenden Prognosen nur vertreten, wenn man die 20-Minuten-Taktung aufgibt und auf einen stündlichen Takt umstellt, d.h. die Anzahl der Sitzplatzkilometer reduziert, um die Auslastung zu verbessern.

Weniger

Abgasnorm der Diesel-Bahn ist deutlich schlechter
Vollmundig wirbt der Hersteller Alstom des LINT41 damit, dass die Bahn ja die neusten EU-Abgasnormen erfülle. Jedoch muss man wissen, dass die Eisenbahn ganz eigene Abgasnormen hat; sie unterscheiden sich deutlich zu den sogenannten EURO-Normen für Busse. Für den LINT wäre, sofern ein neuer Zug angeschafft wird, die Stufe IIIB der schon recht alten EU-Richtlinie aus 2012 relevant. Diese Norm ist wesentlich weniger scharf als die Abgasnorm für Stadtbusse nach dem aktuellen EURO VI-Stand.

Emissionsfrei doch bitte auch bei der Bahn
Münster möchte sich bis 2030 bei seinen Bussen vom Dieselantrieb trennen, um die Schadstoffbelastung der Luft zu verringern. Dies bewirkt nur wenig, wenn anstelle des Dieselbusses eine Bahn mit veralteter Dieseltechnik eingesetzt wird. Auch gilt zu bedenken, dass eine Bahn eine deutlich längere Nutzungsdauer als ein Bus hat; so dass man länger mit der jeweiligen Abgastechnologie leben muss. Was für den Bus gefordert wird, sollte auch für die Reaktivierung der WLE gelten und verbindlich in die Planung aufgenommen werden: Die Antriebstechnik muss emissionsfrei sein!