Fahrgastzahlen realistisch?

Bahn statt Bus – Zwangsumstieg?
Die Pläne zur Reaktivierung gehen von 6.260 Fahrgästen auf den Bahnstrecke pro Tag aus, davon 960 neu hinzugewonnene Fahrgäste. Die geschätzten Fahrgastzahlen basieren auf der Annahme, dass die Fahrgäste der Buslinien 8, R32 und S30 künftig die Bahn nutzen, weil diese eingestellt werden bzw. in Sendenhorst enden.
Die Linie 8 bedient zwischen Wolbeck und HBF 27 Haltestellen, die Bahn hätte auf gleicher Strecke nur 5 Zustiegspunkte. Umsteiger von Bus auf Bahn sind nur dort zu erwarten, wo die Pendler eine günstigere Verkehrsverbindung mit der Bahn erhalten. Das dürfte nur für diejenigen der Fall sein, die in kurzer Distanz zum Haltepunkt (ca. 300m) wohnen. Die überwiegende Zahl der Bürger in den Ortsteilen – Gremmendorf, Angelmodde und Wolbeck – wird damit nicht erreicht! Laut Planungsunterlagen nutzen täglich 5050 Fahrgäste die Linie 8 zwischen Wolbeck und HBF, die nach den Vorstellungen der Planer künftig den Hauptanteil der Bahnfahrer stellen sollen. Wegen der großen Entfernung zu den Haltepunkten der Bahn dürfte aber mehr als die Hälfte dieser Fahrgäste künftig auf das Auto ausweichen. Damit ist nicht nur die zugrunde gelegte Fahrgastzahl von 6.260 pro Tag völlig unrealistisch, es muss sogar mit einer Zunahme des Autoverkehrs gerechnet werden.

Bahn plus Bus – wer soll das bezahlen?
Wird die Buslinie 8 – entgegen der Konzeption – nicht eingestellt, dürften sich Bus und Bahn das Fahrgastaufkommen lediglich teilen: Diejenigen, für die die Bahn günstiger ist, fahren damit, die übrigen mit dem Bus. Autofahrer können nicht auf die Bahn umsteigen, da an den Haltepunkten keine Parkplätze geplant sind und dafür auch kein Platz mehr ist. Damit ist völlig unklar, wie Autoverkehr zugunsten des ÖPNV umgelenkt werden soll! Konkurrieren Bus und Bahn auf der gleichen Strecke, sind beide unwirtschaftlich.
Ein Millionengrab ohne verkehrsentlastende Wirkung!